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Die Schleimhaut in der Gebärmutter, welche jeden Monat während der Regelblutung abblutet heißt Endometrium. Kommt dieses Endometrium nun außerhalb der Gebärmutter vor spricht man von Endometriose. Typischerweise sind solche Schleimhautherde im Bereich des Beckens zu finden. Rein theoretisch (und selten auch in der Realität) können Endometrioseherde im ganzen Körper vorkommen! In abnehmender Häufigkeit kommen die Herde jedoch typischerweise am Eierstock, am Bauchfell ("Innere Haut", welche die Bauchhöhle auskleidet), im so genannten Douglas'schen Raum (= Gegend direkt hinter der Gebärmutter und vor dem Mastdarm), an den verschiedenen Haltebändern der Gebärmutter, in der Gebärmutterwand, an Eileitern, Darm- und Harnblasewand vor. Meist ist nicht nur eine dieser Regionen betroffen. Mit jedem Zyklus blutet das normale Endometrium in Form der Regelblutung ab. Im Gegensatz dazu können die Endometrioseherde, welche sich innerhalb des Körpers befinden natürlich nicht nach Außen abbluten. Dadurch entstehen starke Schmerzen (meist zur Zeit der normalen Regel) und ein immer wieder kehrender Entzündungsreiz im Unterbauch der zu Verwachsungen und Verklebungen führt (= sehr ungünstig bei Kinderwunsch!).
Andere wichtige Ausdrücke:
Endometriom: Endometrioseherd der groß genug ist um als solide Masse oder Tumor erkannt zu werden (wächst mit jedem Zyklus)
Schokoladezyste: Endometriosezyste am Eierstock die "gestocktes", altes Blut enthält. Bei Öffnen der Zyste entleert sich schokoladenartiger Inhalt.
Adenomyose: Hier befinden sich viele fein verteilte Endometrioseherde in der Wand der Gebärmutter. Dadurch erscheint die Gebärmutter schlaff und kann sich auch währen der Menstruation nicht so effektiv zusammenziehen. Meist entstehen dadurch verstärkte und verlängerte Menstruationsblutungen.
Ungefähr 10% der Frauen leiden an Endometriose. Viele wissen nichts davon
weil nicht alle Frauen mit Endometriose Schmerzen erleiden. Die exakte Diagnose
passiert während einer Bauchspiegelung oder offenen Bauchoperation. Die
Häufigkeit der dabei festgestellten Endometriose liegt bei:
1% der Frauen die aus irgendeinem Grund gynäkologisch operiert werden
6% bis 43% der Frauen, welche wegen einer Eileiterunterbindung laparoskopiert
werden
12% bis 32% der Frauen, welche wegen chronischer Unterbauchbeschwerden eine
Bauchspiegelung erhalten
21% bis 48% der Frauen, die wegen Unfruchtbarkeit laparoskopiert werden
50% der Teenager die wegen starker Regelbeschwerden oder chronischer
Unterbauschbeschwerden laparoskopiert werden!
Endometriose tritt nach der Pubertät und vor Vollendung des Wechsels auf, da die zyklische Ausschüttung von Ostrogenen und Gestagenen durch intakte Eierstöcke für das Wachstum der Endometrioseherde notwendig ist. Das Durchschnittsalter für die Erstdiagnose dieser Erkrankung liegt bei 27 Jahren.
Risikofaktoren:
Familiäre Belastung mütterlicherseits
Kurze Zyklen (<27 Tage) mit verlängerter Regelblutung (>8 Tage).
Teilweise Behinderung des normalen Regelflusses (Scheidensepten, verklebter
Zervikalkanal bei Zustand nach Konisation.....)
Was ist die Ursache für Endometriose?
Diese ist nicht bekannt. Allerdings werden verschiedene Theorien
diskutiert:
Retrograde Menstruation: Vor allem bei Behinderung des normalen
Regelflusse nach außen wird unterstellt das es über die Eileiter zu einer
umgekehrten Blutung Richtung Bauchhöhle kommt. Außerdem ist bekannt, daß das
Endometrium wächst, wenn es einmal im Bauchfell "eingepflanzt" wurde.
Transport von Endometriumzellen über Lymph- und Blutgefässe in
irgendeinen Bereich des Körpers. Dadurch wären auch Endometrioseherde in der
Lunge oder an anderen Orten des Körpers erklärbar.
Immunschwäche: Normalerweise zerstört ein gesundes Immunsystem
Endometriumgewebe ausserhalb der Gebärmutter.
Metaplasie: Umwandlung von Zellen im Bauchraum in
Endometriumgewebe verursacht durch lokale Reizung bei Infektionen oder
retrograder Menstruation.